Commentary: Kevin Lynch (SF Chronicle): Nur halbe Treffer (26. Jun. 2009)
Kevin Lynch vom SF Chronicle über hohe Draft Picks, deren Wert noch umstritten ist:
So mancher hat eine drastische "Lösung" für Vernon Davis gefordert - tradet ihn, cuttet ihn, macht ihn zum Fullback, Guard oder Tackle. Ich meine, die 49ers sollten nichts von all dem tun. Davis hat erheblichen Wert, selbst wenn er sich nicht zu einem Top-Receiver entwickeln sollte. Es heisst, dass er der beste Blocking Tight End der Liga ist und das allein ist eine Menge wert und hilft der Offense. Ausserdem ist Davis gut genug als Receiver, um einer Defense Gedanken zu machen. Und er kann noch immer ein Pro Bowl Receiving Tight End werden. So wie bei jedem anderen in der 49ers-Offense auch wurde seine Entwicklung unterminiert durch die alljährlichen Wechel des Offensiv Coordinators seit sieben Jahren.
Aber nehmen wir mal an, dass Davis als Receiver so bleibt, wie er jetzt ist. Dann würde er in eine zunehmend teure Kategorie von halben Treffern für die 49ers fallen. Denn als sie ihn 2006 als sechsten Pick drafteten, erwarteten die Niners weit mehr als nur einen grossartigen Blocker.
Ähnlich ist es mit Linebacker Manny Lawson, gedraftet auf 22 im selben Jahr. Bei ihm glaubte man, er würde ein 12-Sacks-pro-Jahr Spieler werden. Bislang wurde er ein ordentlicher Outside Linebacker mit überdurchschnittlichen Instinkten, der dann und wann mal brilliante Anfälle hat.
Cornerback Nate Clements bekam 2007 mehr als 20 Millionen Dollar, weil man einen Shutdown Corner wollte. Das ist nicht wirklich wahr geworden. 2007 spielte Clements mehr gegen den Top Receiver des anderen Teams als jeder andere Corner, und trotzdem verbesserten sich die Niners bei der Effektivität gegen den Top Receiver nur von Rang 18 auf 16 - kein grosser Unterschied. Vergangene Saison fielen die 49ers auf Rang 20 zurück.
Clements hilft der Defense, sich auf anderes zu konzentrieren, weil er oft in Man-Coverage gegen den stärksten Receiver spielt. Dabei ist er ein zäher Corner, der Fumbles erzwingt und selten ein Tackle verpasst. Aber ein echter Shutdown-Corner war er bislang nicht.
Letztes Jahr bekam auch DE Justin Smith 20 Millionen - in Bonussen - damit er eine Sack-Maschine wird, die übers ganze Feld düst. Er sollte der 12-Sack-Man werden, der Lawson nicht war. Nach einem Monat wurde Smith zum harten Defensive End einer 3-4 Front. Anstatt selbst Sacks zu machen, räumte er oft die Blocker ab, damit Parys Haralson es zum Quarterback schaffen konnte. Smith machte sieben Sacks, einen weniger als Haralson. Doch der startete erst ab dem sechsten Spiel - als klar war, dass Smith nicht der herausragende Linebacker ist, als den man ihn gewollt hatte.
Smith ist sicherlich eine Menge wert. Er kann den Quarterback kriegen, er ist erstaunlich aktiv, er hat seine Mitspieler im Griff, wenn er nur seinen besessenen Blick anschaltet. Aber ist er ein 20-Millionen-Dollar-Spieler oder die alles zerstörende Macht, als die er eingekauft wurde? Wohl eher nicht.
Die 49ers haben eine Roster voller solider, guter Spieler, und das könnte reichen, um sie dieses Jahr in die Playoffs zu bringen, wenn alle gesund bleiben und das Glück mitspielt. Aber wie weit können sie da kommen? Damit dieses Team eine andauernde Playoff-Macht wird, braucht es mehr Game-Changer. Vielleicht hat man diese Spieler bereits und sie müssen sich nur weiter entwicklen (Josh Morgan, Dashon Goldson, Shaun Hill, Michael Crabtree, Haralson vielleicht sogar Lawson oder Davis, und dürfen wir wagen zu sagen: Alex Smith?).
Um permanent in die Playoffs zu gelangen, brauchen die 49ers mehr Führungsspieler als nur Frank Gore und Patrick Willis.
Quelle: Kevin Lynch, SF Chronicle, 25.6.
So mancher hat eine drastische "Lösung" für Vernon Davis gefordert - tradet ihn, cuttet ihn, macht ihn zum Fullback, Guard oder Tackle. Ich meine, die 49ers sollten nichts von all dem tun. Davis hat erheblichen Wert, selbst wenn er sich nicht zu einem Top-Receiver entwickeln sollte. Es heisst, dass er der beste Blocking Tight End der Liga ist und das allein ist eine Menge wert und hilft der Offense. Ausserdem ist Davis gut genug als Receiver, um einer Defense Gedanken zu machen. Und er kann noch immer ein Pro Bowl Receiving Tight End werden. So wie bei jedem anderen in der 49ers-Offense auch wurde seine Entwicklung unterminiert durch die alljährlichen Wechel des Offensiv Coordinators seit sieben Jahren.
Aber nehmen wir mal an, dass Davis als Receiver so bleibt, wie er jetzt ist. Dann würde er in eine zunehmend teure Kategorie von halben Treffern für die 49ers fallen. Denn als sie ihn 2006 als sechsten Pick drafteten, erwarteten die Niners weit mehr als nur einen grossartigen Blocker.
Ähnlich ist es mit Linebacker Manny Lawson, gedraftet auf 22 im selben Jahr. Bei ihm glaubte man, er würde ein 12-Sacks-pro-Jahr Spieler werden. Bislang wurde er ein ordentlicher Outside Linebacker mit überdurchschnittlichen Instinkten, der dann und wann mal brilliante Anfälle hat.
Cornerback Nate Clements bekam 2007 mehr als 20 Millionen Dollar, weil man einen Shutdown Corner wollte. Das ist nicht wirklich wahr geworden. 2007 spielte Clements mehr gegen den Top Receiver des anderen Teams als jeder andere Corner, und trotzdem verbesserten sich die Niners bei der Effektivität gegen den Top Receiver nur von Rang 18 auf 16 - kein grosser Unterschied. Vergangene Saison fielen die 49ers auf Rang 20 zurück.
Clements hilft der Defense, sich auf anderes zu konzentrieren, weil er oft in Man-Coverage gegen den stärksten Receiver spielt. Dabei ist er ein zäher Corner, der Fumbles erzwingt und selten ein Tackle verpasst. Aber ein echter Shutdown-Corner war er bislang nicht.
Letztes Jahr bekam auch DE Justin Smith 20 Millionen - in Bonussen - damit er eine Sack-Maschine wird, die übers ganze Feld düst. Er sollte der 12-Sack-Man werden, der Lawson nicht war. Nach einem Monat wurde Smith zum harten Defensive End einer 3-4 Front. Anstatt selbst Sacks zu machen, räumte er oft die Blocker ab, damit Parys Haralson es zum Quarterback schaffen konnte. Smith machte sieben Sacks, einen weniger als Haralson. Doch der startete erst ab dem sechsten Spiel - als klar war, dass Smith nicht der herausragende Linebacker ist, als den man ihn gewollt hatte.
Smith ist sicherlich eine Menge wert. Er kann den Quarterback kriegen, er ist erstaunlich aktiv, er hat seine Mitspieler im Griff, wenn er nur seinen besessenen Blick anschaltet. Aber ist er ein 20-Millionen-Dollar-Spieler oder die alles zerstörende Macht, als die er eingekauft wurde? Wohl eher nicht.
Die 49ers haben eine Roster voller solider, guter Spieler, und das könnte reichen, um sie dieses Jahr in die Playoffs zu bringen, wenn alle gesund bleiben und das Glück mitspielt. Aber wie weit können sie da kommen? Damit dieses Team eine andauernde Playoff-Macht wird, braucht es mehr Game-Changer. Vielleicht hat man diese Spieler bereits und sie müssen sich nur weiter entwicklen (Josh Morgan, Dashon Goldson, Shaun Hill, Michael Crabtree, Haralson vielleicht sogar Lawson oder Davis, und dürfen wir wagen zu sagen: Alex Smith?).
Um permanent in die Playoffs zu gelangen, brauchen die 49ers mehr Führungsspieler als nur Frank Gore und Patrick Willis.
Quelle: Kevin Lynch, SF Chronicle, 25.6.
Kommentare
Du musst dich registrieren um einen Kommentar schreiben zu können.


beattheheat (26. Jun. 2009)
der passrush war ein problem, und ob dieses problem nun gelöst ist?! von justin smith hatte ich mir schon erheblich mehr erwartet! haralson war der einzige, der aus meiner sicht überzeugte.
nun müssen lawson, haralson, smith und auch marques harris, ahmad brooks sich mal bezüglich passrush-qualitäten steigern!
sonst gäbe es für ahmad brooks noch einen hochmotivierten veteranen "derrick brooks" für ein salärminimum via FA zu haben!
MoRe99 (26. Jun. 2009)
Frage: warum?
stig49 (26. Jun. 2009)
Interessanter finde ich die Statistik zu Clements - die hätte ich so nicht erwartet. Wobei ich auch bei Clements nicht finde, dass er enttäuscht hat.
Zacharry (26. Jun. 2009)
der grund, warum spieler wie clemens eben nur teilweise überzeugen konnten, war sicher auch der mangel an motivation im team und die unruhen, die in der nolanzeit herrschten. wenn sing eine sache kann, dann das motivieren der mannschaft. hoffentlich reicht das.
zach
beattheheat (26. Jun. 2009)
singletary kann motivieren, das hat er bewiesen! aber ob er die anderen hc fähigkeiten und instinkte hat, um eine ganze saison lang alles aus der mannschaft zu kitzeln, das wird sich zeigen!
Real (26. Jun. 2009)
seh ich ganz genau so. auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, müssen wir nun darauf hoffen dass sich smith oder hill zu einem entwickelt.
snoopy (26. Jun. 2009)
Wenn Pass-Protection und Laufblocks sitzen (oder man eine Hammerdendense hat), kann man auch mit einem durchschnittlichen QB gewinnen.
Soll ich noch mal an die Bucs, Steelers, Giants und Ravens erinnern?
Selbst Bradshaw und Brady sehe ich nur als Durchschnitt an.
Gebt mir Fitzgerald, TO und 'ne 15step-Protection, dann werfe ich auch die Bälle.
Zacharry (26. Jun. 2009)
haben wir eine überragende oline? haben wir eine hammer D? ich denke mal nicht. wir wissen noch nicht einmal ob wir überhaupt das passende system zu unseren spielern haben. wir draften in der ersten runde einen potenziellen top WR. wenn wir nun keinen franchise QB nachholen, der auf grund seiner fähigkeiten spiele entscheiden kann, dann verstehe ich gar nix mehr. das ist genau das puzzlestück was noch fehlt, um uns zu einem ernstzunhemenden gegner zu machen.
unserer D fehlt es an passrush und in der secondary, eine ganz unvorteilhafte kombination. was die oline leisten kann wird sich zeigen.
zach
Duke (26. Jun. 2009)
snoopy (26. Jun. 2009)
Ich behaupte nicht, dass wir die Hamm-D etc. haben, aber es immer das gleiche: wenn es nicht ganz rund läuft,ruft man nach dem großen und alleinigen Heilsbringer, der dann meisten QB heissen muss.
Man braucht aber ein Team nicht nur um einen QB herum basteln (vor allem, wen er sich dann verletzt o.ä.)
Ein Marino alleine kann auch keinen SB holen!
Man kann auch Z.B. mit 'ner Hammer-D was reissen
snoopy (26. Jun. 2009)
Alles eine Frage der Zeit !
Zum Coin-Toss und zurück schaffe ich es ja auch noch :cool:
Duke (26. Jun. 2009)
snoopy (26. Jun. 2009)
Außerdem geht es nach dem Coin-Toss IMMER erst einmal Zurück in die Teamzone.
Zacharry (26. Jun. 2009)
und die 49ers hätten den einen oder anderen SB ohne das spiel von montana auch nie geholt.
du kannst es drehen wie du willst: wir haben keine hammer D#. wir haben keine hammer O da wir keinen starken QB haben, obwohl wir ein recht starkes WR corps haben. das man nicht immer einen elite QB braucht, ist sicher richtig. aber diese tatsache bringt die 49ers keinen schritt weiter.
zach
snoopy (27. Jun. 2009)
bleiben wir bei der Offense: Wir haben gute Receiver, gut Runningbacks und meiner Meinung nach einen guten TE.
Bringt uns dann NUR ein Montana weiter oder evtl. auch eine Spitzen-OLine mit einem ordentlichen QB?
Nach meiner Ehrfahung würde ich eher eine O-Line aufbauen statt immer den Messias zu suchen.
Vor allem, weil dieser nie vorher zu garantieren ist.
Zacharry (27. Jun. 2009)
zach
MaybeDavis (27. Jun. 2009)
Natürlich brauch man keinen Superstar-QB um einen SB zu gewinnen, aber es macht die Sache doch um vieles leichter.
Und ich denke auch es ist wichtiger ein funktionierendes Team zu haben, als einen Star-QB, allerdings haben wir Potetial/Talent in der O-Line, dasselbe auf WR unnd TE, und unsere RB's sind solide/gut. Auf QB haben wir allerdings eher große Hoffnung als grosses Talent und Potential, also ist klar was wir nächste Saison brauchen.... einen QB!
Unsere D ist mit sicherheit im Moment auch noch nicht Hammer aber meiner Meinung nach hat sie das Talent es diese Saison zu werden. Einzelne Puzzlestücke fehlen natürlich auch noch.
Insgesamt denke ich wir haben talentiertes Team und die Unit bei der ich die wenigsten Hoffnungen einer Leistungsexplosion habe ist die des QB...
snoopy (27. Jun. 2009)
Aber klasse ist sie halt nicht.
Potential/Talent haben die QBs alle auch.
Zacharry (27. Jun. 2009)
genau das meine ich ja.
zach
snoopy (27. Jun. 2009)
ICH meine, dass man sich eine OLine bauen kann (Draft,Markt, Umstellungen, Training etc.)
Einen QB kann man aber nicht "bauen" !
MaybeDavis (28. Jun. 2009)
Duke (28. Jun. 2009)
snoopy (28. Jun. 2009)
frontmode (28. Jun. 2009)
Es war glaube ich auch ein schwieriges Jahr für Trades. Das Smith den Pick nicht wert war, ist klar. Aber zu sagen: Nolan hätte O-line draften müssen, ist ein wenig zu einfach....
frontmode (28. Jun. 2009)
Duke (29. Jun. 2009)
MoRe99 (29. Jun. 2009)
Und falls jetzt was kommt von wegen "Downtrade": dazu gehört immer auch ein Team, das auf den Spot will, von dem du weg willst.
Duke (29. Jun. 2009)
MoRe99 (29. Jun. 2009)
MaybeDavis (29. Jun. 2009)
Duke (29. Jun. 2009)
zugschef (29. Jun. 2009)
is doch voikommen blunzn in meine augn...
it is what it is und die niners brauchen einen quarterback, der auch mal ein spiel entscheiden kann und eine oline, die konstanter spielt. is doch sinnlos des ganze jedesmal wieder aufzurollen...
frontmode (29. Jun. 2009)
Duke (30. Jun. 2009)
MoRe99 (30. Jun. 2009)
Duke (30. Jun. 2009)
Zacharry (30. Jun. 2009)
@duke
qb's die nfl karriere versaut....naja, man hat denen mit der möglichkeit zu starten ja erstmal eine nfl karriere ermöglicht, das sollte man nicht vergessen. hinzu kommt, dass alles was die 49ers die letzten jahre auf qb haben starten lassen entweder ganz am ende ihrer nfl karriere standen, oder aber in anbetracht der erbrachten leistungen keine wirkliche nfl karriere vor sich hatten. und genau das ist ja der eigentliche punkt: wir haben seit jahren keine quallität auf der qb position und das sollte man schnell ändern oder der nächste titel rückt nicht näher, eher im gegenteil. ein wirklich guter qb würde die 49ers direkt in die lage versetzen, die nächsten jahre um die playoffs zu spielen. und erfolg ist genau das, was das team ganz dringend braucht.
zach
Duke (30. Jun. 2009)
Meine Meinung: Wenn man Smith, Rattay und Dorsey in halbwegs konkurrenzfähige Offenses gesteckt hätte mit einem Normalwert an Pass-Protection, wären Rattay und Dorsey heute noch in der NFL und Smith kein halber Invalide.
Zacharry (30. Jun. 2009)
das man smith zu schnell hat starten lassen ist unbestritten, demnach auch das rattay zu schnell gegangen wurde. allerdings: irgend jemanden mußt du nun mal auf QB starten lassen, ganz gleich wie schlecht deine oline ist. und es gibt genügent möglichkeiten ein system zu spielen, welches es dem QB erlaubt den ball relativ schnell los zu werden, sofern dieser ein solches system schnell verinnerlichen kann. genau hier liegt für mich das eigentliche problem. auch die schlechteste oline kann einem qb so viel zeit geben, das er in den allermeisten fällen ein play (wenngleich ein kurzes) hinbekommen kann, die entsprechenden fähigkeiten des qb's vorausgesetzt und ein system, welches an die situation und die quallität im team angepasst ist.
zach