In-Depth: 49ers sind mit Pick am Ende der ersten Runde besser dran (21. Apr. 2008)
Als die letzte Saison ihrem Ende zuging, beschwerten sich viele Spieler heftig darüber, dass die Patriots nächstes Wochenende an siebter Stelle draften werden, während die Niners bis zum Pick Nr. 29 – den sie von den Colts bekommen haben – warten müssen, bevor sie einen Spieler auswählen können. Nun, es mag die Sache am Samstag weniger interessant machen (und es wird die Wartezeit für diejenigen unter uns, die die Draft live verfolgen, schier unendlich verlängern), aber die 49ers sind so besser dran. Ein schöner Artikel im SF Chronicle von Nancy Gay erklärt warum: Es ist einfach zu riskant jemandem, der noch kein einziges Down in der NFL gespielt hat, so viel garantierte Gelder bezahlen zu müssen.
Um zu sehen, warum die 49ers mit der jetzigen Situation besser dran sind, sehe man sich die Draft 2005 an. Allgemein sagt man, dass es drei Jahre dauert, bis man die Qualität einer Draft beurteilen kann, daher ist 2005 ein Jahr wie jedes andere, das man dafür heranziehen kann. Sehen wir uns den siebten Pick dieses Jahres an, und damit niemand sagt, das wäre nur das Rauspicken von Rosinen, werfen wir auch noch einen Blick auf je drei Spieler, die vor bzw. nach der siebten Stelle ausgewählt wurden:
Nr. 4: Cedric Benson, RB
Benson wurde in der vorigen Saison letztendlich Starter bei den Bears, aber man hat das Gefühl das war nur, weil die Coaches dem Druck des Front Offices nachgaben, damit Benson beweisen konnte, dass das Front Office mit seiner Auswahl nicht einen kolossalen Fehler gemacht hatte. Nun, sie haben einen kolossalen Fehler gemacht. Mittlerweile suchen die Bears einen neuen Running Back in der heurigen Draft.
Nr. 5: Cadillac Williams, RB
Er hatte ein ziemlich gutes Rookie-Jahr bei den Buccaneers, aber schon als er aus dem College kam machte man sich Sorgen um sein Durchhaltevermögen, und er verbrachte den Großteil seiner Karriere verletzt an der Seitenlinie. Inzwischen wird darüber spekuliert, dass seine Karriere bei den Bucs zu Ende sein könnte.
Nr. 6: Pacman Jones, CB/R
Die Titans bekamen von ihm eine Menge Aufregendes von ihm zu sehen und hören. Teils Gutes, meist aber Schlechtes.
Nr. 7: Troy Williamson, WR
Der ultimative Bust. Er stieg auf den Draftlisten, nachdem er am Combine 4,3 gelaufen war. Die Vikings nahmen ihn an siebter Stelle, obwohl er am College nicht allzu viel gegen schwache Gegner gezeigt hatte. Williamson ist nicht mehr bei den Vikings, nachdem er ein paar Jahre lang mitgeholfen hatte die Offense zu ruinieren.
Nr. 8: Antrel Rolle, CB
Bisher ein durchschnittlicher Cornerback bei den Cardinals. Ganz sicher das Geld nicht wert, das ein Pick an achter Stelle bekommt.
Nr. 9: Carlos Rogers, CB
Vermutlich der beste der hier gelisteten Spieler, allerdings heißt das nicht viel. Rogers ist ein ganz brauchbarer Cornerback bei den Redskins.
Nr. 10: Mike Williams, WR
Eine der schlechtesten Draft-Entscheidungen, getroffen von einem der schlechtesten General Manager in der Geschichte von Football, Matt Millen. Wenigstens konnten die Lions in der letzten Offseason die Raiders davon überzeugen, sich für Williams und Josh McCown von einem Viertrunden-Pick zu trennen.
Kein Wunder, dass schlechte Teams tendenziell schlecht bleiben: Sie müssen ständig teure Rookies mitschleppen, die sich oft nicht durchsetzen können. Das wiederum lässt ihnen weniger Geld, um Free Agents unter Vertrag zu nehmen, die ihre Leistungsfähigkeit bereits unter Beweis gestellt haben, und – noch wichtiger – die Verträge ihrer eigenen Spieler zu verlängern; Spieler, die im Gegensatz zu diesen Rookies bereits in ein paar Jahren NFL bereits gezeigt haben, dass sie dort auch hingehören.
Im Gegensatz dazu draften die Patriots seit einigen Jahren am Ende der ersten Runde. Wen haben sie 2005 genommen? Logan Mankins, der Pro Bowl Guard, der seit dem Tag, an dem er in die Liga kam, ein wichtiger Spieler in der Offensive Line der Patriots ist, und der mithalf Tom Brady in dessen vergangener Rekordsaison zu schützen. Man würde Mankins jedem der oben angeführten Spieler vorziehen. Außerdem müssen die Patriots, indem sie Spieler wie Mankins spät in der ersten Runde draften, nicht unnötig ihr Salary Cap belasten; sie können die Verträge von guten jungen Spielern verlängern, die sie behalten wollen, und sie können in der Free Agency Geld ausgeben, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt.
Man könnte sich fragen, ob die Patriots sich wünschen, sie hätten diesen Handel bei der vorigen Draft lieber nicht gemacht. Als 49ers Fan kann man jedenfalls froh sein, dass sie es getan haben. Natürlich bleibt immer noch die Herausforderung am Ende der ersten Runde die richtigen Spieler auszuwählen – kein leichtes Unterfangen. Aber wenigstens müssen die 49ers heuer nicht für einen Rookie ihr Konto plündern, und Joe Staley, den sie im Vorjahr mit dem Pick der Patriots geholt haben, brachte eine solide Leistung zu einem vernünftigen Preis und sieht aus wie jemand, den man halten will. Daher sollten die Beschwerden darüber hören, wie inkompetent McCloughan & Co. die Chance vertan haben, diesmal an siebter Stelle zu draften. Es könnte sehr gut der beste Handel sein, den sie bisher gemacht haben.
Quelle: Vince Chhabria (San Jose Mercury News)
Um zu sehen, warum die 49ers mit der jetzigen Situation besser dran sind, sehe man sich die Draft 2005 an. Allgemein sagt man, dass es drei Jahre dauert, bis man die Qualität einer Draft beurteilen kann, daher ist 2005 ein Jahr wie jedes andere, das man dafür heranziehen kann. Sehen wir uns den siebten Pick dieses Jahres an, und damit niemand sagt, das wäre nur das Rauspicken von Rosinen, werfen wir auch noch einen Blick auf je drei Spieler, die vor bzw. nach der siebten Stelle ausgewählt wurden:
Nr. 4: Cedric Benson, RB
Benson wurde in der vorigen Saison letztendlich Starter bei den Bears, aber man hat das Gefühl das war nur, weil die Coaches dem Druck des Front Offices nachgaben, damit Benson beweisen konnte, dass das Front Office mit seiner Auswahl nicht einen kolossalen Fehler gemacht hatte. Nun, sie haben einen kolossalen Fehler gemacht. Mittlerweile suchen die Bears einen neuen Running Back in der heurigen Draft.
Nr. 5: Cadillac Williams, RB
Er hatte ein ziemlich gutes Rookie-Jahr bei den Buccaneers, aber schon als er aus dem College kam machte man sich Sorgen um sein Durchhaltevermögen, und er verbrachte den Großteil seiner Karriere verletzt an der Seitenlinie. Inzwischen wird darüber spekuliert, dass seine Karriere bei den Bucs zu Ende sein könnte.
Nr. 6: Pacman Jones, CB/R
Die Titans bekamen von ihm eine Menge Aufregendes von ihm zu sehen und hören. Teils Gutes, meist aber Schlechtes.
Nr. 7: Troy Williamson, WR
Der ultimative Bust. Er stieg auf den Draftlisten, nachdem er am Combine 4,3 gelaufen war. Die Vikings nahmen ihn an siebter Stelle, obwohl er am College nicht allzu viel gegen schwache Gegner gezeigt hatte. Williamson ist nicht mehr bei den Vikings, nachdem er ein paar Jahre lang mitgeholfen hatte die Offense zu ruinieren.
Nr. 8: Antrel Rolle, CB
Bisher ein durchschnittlicher Cornerback bei den Cardinals. Ganz sicher das Geld nicht wert, das ein Pick an achter Stelle bekommt.
Nr. 9: Carlos Rogers, CB
Vermutlich der beste der hier gelisteten Spieler, allerdings heißt das nicht viel. Rogers ist ein ganz brauchbarer Cornerback bei den Redskins.
Nr. 10: Mike Williams, WR
Eine der schlechtesten Draft-Entscheidungen, getroffen von einem der schlechtesten General Manager in der Geschichte von Football, Matt Millen. Wenigstens konnten die Lions in der letzten Offseason die Raiders davon überzeugen, sich für Williams und Josh McCown von einem Viertrunden-Pick zu trennen.
Kein Wunder, dass schlechte Teams tendenziell schlecht bleiben: Sie müssen ständig teure Rookies mitschleppen, die sich oft nicht durchsetzen können. Das wiederum lässt ihnen weniger Geld, um Free Agents unter Vertrag zu nehmen, die ihre Leistungsfähigkeit bereits unter Beweis gestellt haben, und – noch wichtiger – die Verträge ihrer eigenen Spieler zu verlängern; Spieler, die im Gegensatz zu diesen Rookies bereits in ein paar Jahren NFL bereits gezeigt haben, dass sie dort auch hingehören.
Im Gegensatz dazu draften die Patriots seit einigen Jahren am Ende der ersten Runde. Wen haben sie 2005 genommen? Logan Mankins, der Pro Bowl Guard, der seit dem Tag, an dem er in die Liga kam, ein wichtiger Spieler in der Offensive Line der Patriots ist, und der mithalf Tom Brady in dessen vergangener Rekordsaison zu schützen. Man würde Mankins jedem der oben angeführten Spieler vorziehen. Außerdem müssen die Patriots, indem sie Spieler wie Mankins spät in der ersten Runde draften, nicht unnötig ihr Salary Cap belasten; sie können die Verträge von guten jungen Spielern verlängern, die sie behalten wollen, und sie können in der Free Agency Geld ausgeben, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt.
Man könnte sich fragen, ob die Patriots sich wünschen, sie hätten diesen Handel bei der vorigen Draft lieber nicht gemacht. Als 49ers Fan kann man jedenfalls froh sein, dass sie es getan haben. Natürlich bleibt immer noch die Herausforderung am Ende der ersten Runde die richtigen Spieler auszuwählen – kein leichtes Unterfangen. Aber wenigstens müssen die 49ers heuer nicht für einen Rookie ihr Konto plündern, und Joe Staley, den sie im Vorjahr mit dem Pick der Patriots geholt haben, brachte eine solide Leistung zu einem vernünftigen Preis und sieht aus wie jemand, den man halten will. Daher sollten die Beschwerden darüber hören, wie inkompetent McCloughan & Co. die Chance vertan haben, diesmal an siebter Stelle zu draften. Es könnte sehr gut der beste Handel sein, den sie bisher gemacht haben.
Quelle: Vince Chhabria (San Jose Mercury News)
Kommentare
Du musst dich registrieren um einen Kommentar schreiben zu können.


zugschef (21. Apr. 2008)
wenn man ehrlich ist, hat auch vernon davis bisher nur geld gekostet und uns nix gebracht. (hoffentlich ändert sich das...)
garrison20 (21. Apr. 2008)
dann müsste es ja bald so sein, das man dafür, das man nach hinten traded noch zusätzliche picks bekommt, anstatt umgekehrt.
zudem gibt es ja auch andere beispiele:
es stimmt v. davis konnte bislang noch nicht überzeugen aber genau, wie zugchef glaube ich noch an ihn. und was ist z.B. mit p. willis. der wäre an 29 weg und gott bin ich froh, das wir letztes jahr recht früh picken konnten.
Antares (21. Apr. 2008)
Im Prinzip geht es ja bei der Draft nur um den Sachverstand der Verantwortlichen und ganz besonders auch um Glück, dass kann man ruhig so deutlich sagen.
Statistisch gesehen gibt es wohl mehr Nummer 1 und 2 Picks welche die Erwartungen nicht erfüllen, von den verschwendeten Gehältern ganz zu schweigen.
Wenn man nun forciert wird später zu picken erscheint das statistisch daher wohl gut, man denkt ein anderer tritt in das Fettnäppchen
Ich denke aber das ist falsch, schließlich werden uns 28 Optionen gestrichen.
Wie gesagt bleibt am Ende nur zweierlei: Der eigene Sachverstand und das Glück. Und wenn man beides hat (so wie es sein sollte) ist man an erster Stelle bestimmt besser bedient.
Denn auch wenn man an erster Stelle ist brauch man nicht unbedingt den vermeintlichen Top Draft Pick nehmen und dem Hype folgen. Manchaml ist die Nummer 17 eben besser.
Abre das liegt am Sachverstand der Verantwortlichen und am Glück.
zugschef (21. Apr. 2008)
Plummer50 (21. Apr. 2008)
Das bedeutet aber nicht, dass der Trade im vergangenen Jahr mit den Patriots schlecht war. In dieser Draft gibt es nur vier oder fünf wirkliche Top Spieler (Dorsey, Long, Long, Gholston und McFadden) und ich selbst bin von Gholston und McFadden noch nicht mal wirklich überzeugt. An Nr. 7 wird es gute Spieler geben, aber einen so sicheren Spieler von der Qualität eines Patrick Willis sehe ich an Nr. 7 in diesem Jahr nicht. Dazu wissen die 49ers bereits, dass sie mit Staley einen guten Spieler gedraftet haben. Wenn man Martz, Nolan und McCloughan so hört, dann scheinen die drei sogar zu glauben, dass sie zukünftigen Spitzenspieler gedraftet haben.
Wenn die Patriots heute ihren 7. Pick Overall gegen Staley und den 29. Pick Overall anbieten würden, dann wären die 49ers verrückt, wenn sie da zustimmen würden. Von daher scheint sich der Trade für die 49ers trotzdem auszuzahlen. Aber das liegt nicht am Value sondern an Joe Staley.
IamNINER (21. Apr. 2008)
zugschef (21. Apr. 2008)
IamNINER (22. Apr. 2008)
im fotball mit dem draft ist es halt ein wenig ein teufelskreis... die idee dass ein team das schwach ist einen rookie früh nehmen kann damit sie den besten nehmen können ist ne genale idee... wer will aber bei einem schlechten team spielen... also muss der finanzielle anreiz grösser sein... dadurch ist es aber wieder schwierig quantitativ das tea zu verstärken...
zum glück haben wir mit scot und mike gute drafter... alles in allem...
frontmode (22. Apr. 2008)
Generelle Aussagen hierzu sind nicht zu treffen. Es gibt auch super Spieler, die früh geholt wurden. Die Liste wäre genauso beeindruckend, nur halt andersrum.
Im nachhinein ist man immer schlauer und daher ist diese generelle Aussage falsch (okay, sie mach seit Jahren für die 49ers zutreffen.....).
Schauen wir uns doch mal die Top 10 der letzten 10 Jahre an (Plus den 49ers Pick mit Runde):
2007:
- Joe Thomas
- Adrian Peterson
49ers: Patrick Willis (11)
49ers: Joe Staley (28)
2006:
- Mario Williams (seit dieser Saison)
- Ernie Sims
49ers: Vernon Davis (6)
49ers: Manny Lawson (22)
2005:
- Braylon Edwards
49ers: Alex Smith (1)
2004:
- Larry Fitzgerald
- Kellen Winslow
- Sean Taylor (nach Überwinden seiner Schwierigkeiten)
- Roy Williams
- DeAngelo Hall
49ers: Rashaun Woods (31)
2003:
- Carson Palmer
- Jordan Gross
49ers: Kwame Harris (26)
2002:
- Julius Peppers
- Roy Williams
49ers: Mike Rumpf (27)
2001:
- LT
- Richard Seymour
49ers: Andre Carter (7)
2000:
- Brian Urlacher
- Jamal Lewis
49ers: Ahmed Plummer (24)
1999:
- Edgerrin James
- Torry Holt
- Chris McAllister
49ers: Reggie McGrew (24)
1998:
- Payton Manning
- Fred Taylor
49ers: R.W. McQuarters (29)
Man sieht also sehr gut, dass die 49ers hinten eher schlecht draft
silentsound (22. Apr. 2008)
Cordovan (22. Apr. 2008)
So gesehen hätte ich heuer auch gerne einen Top-Ten-Pick!
silentsound (22. Apr. 2008)
IamNINER (22. Apr. 2008)
für die niners in dieser season ist ein pick etwas weiter hinten bedingt schon ein nachteil. wären wir noch auf 7 wäre evtl eher ein top Oliner vorhanden. es sieht nun aber eher danach aus dass man den pass rush verstärken will und da sollte das preis leistungsverhältnis bei pick 29 mit quentin groves passend sein.
Touchdownmaker (22. Apr. 2008)
MoRe99 (22. Apr. 2008)
frontmode (22. Apr. 2008)
Ein Vergleich mit Couch mag sich bald als gerechtfertigt herausstellen, aber ein Vergleich mit Leaf ist total fehl am Platz.
silentsound (22. Apr. 2008)
zugschef (22. Apr. 2008)
silentsound (22. Apr. 2008)
garrison20 (22. Apr. 2008)
jung, so deutlich musstest du uns das jetzt kurz vor der draft auch nicht mehr aufzeigen;-))
zugschef (22. Apr. 2008)
TheBeast (22. Apr. 2008)
Ob Smith und Davis besser sind als Carter (mangels anderer früher Picks der einzige, den man einigermassen vergleichen kann) kann man jetzt noch nicht sagen, bei Willis habe ich da aber keine Bedenken...
Mein Fazit wäre also eher dieses: Schlechte FOs draften früh, gute spät, und das ist der Grund, warum das auch so bleibt, nicht die Gehälter der frühen Picks.
zugschef (22. Apr. 2008)
kryssow (23. Apr. 2008)
der vergleich mit dem fo der pats mag auch gerechtfertigt sein, nur haben die niners mit den hier z.t. viel gepriesenen späteren picks in der ersten runde in den letzten jahren auch nicht unbedingt ne gute figur gemacht (woods, harris, rumph).
MoRe99 (23. Apr. 2008)
Die von dir genannten wurden ja nicht von Nolan / McCloughan gedraftet, sondern vor deren Zeit. Insofern sollte man die vielleicht nicht in die Bertrachtung der Draftfähigkeiten von McNolan einbeziehen.
IamNINER (23. Apr. 2008)
MoRe99 (23. Apr. 2008)